Der Krieg in meinem Kopf

Der Elitesoldat Robert kämpfte als Fallschirmjäger erst im Kosovo, später in Afghanistan. Am 6. März 2002 explodiert zwei Meter neben ihm eine Rakete und tötet zwei seiner Kameraden. Die äußeren Wunden verheilen, aber für ihn ist nichts mehr wie zuvor.

 

   Das Projekt

Als Fallschirmjäger kämpft er erst im Kosovo, später in Afghanistan. Am 6. März 2002 explodiert zwei Meter neben ihm eine Rakete. Fünf Soldaten vor ihm werden zerfetzt, auch zwei seiner Kameraden. Er selbst wird weggeschleudert, doch wie durch ein Wunder überlebt er mit einem Trommelfellbruch und leichten Verbrennungen. Die äußeren Wunden verheilen, doch Robert ist nach dem Vorfall ein anderer.

Er leidet unter Schlafstörungen und Albträumen, kleinste Gerüche oder Geräusche reichen, und er ist wieder mitten in seinem persönlichen Kriegsfilm. Geplagt von massiven Ängsten und Aggressionen zieht er sich immer weiter von seiner Familie und seinem Umfeld zurück. Trotzdem entscheidet er sich für zwei weitere Einsätze im Ausland, ein Soldat muss funktionieren.

2008 verliebt er sich, und plötzlich ist alles anders. Er will eine Familie gründen und ein normales, ziviles Leben führen. Doch immer wieder leidet er unter Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Nesselsucht und Aggressionen. Erst jetzt erkennt er, dass dies die Folgen einer Krankheit sind: der Posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS.

Mit der Diagnose PTBS beginnt für Robert ein ganz neuer Kampf, der in den Handbüchern der Bundeswehr nicht vorgesehen ist – der Kampf zurück ins Leben, um die Anerkennung von PTBS als Berufskrankheit und gegen die Ignoranz in Politik und Gesellschaft. Auch wenn er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter im Frieden lebt – der Krieg in seinem Kopf ist noch lange nicht vorbei.