Hidden Children

“Ich fühle mich wie ein Singvogel, dem man die Flügel beschnitten hat und der im Dunkeln gegen die Stangen seines engen Käfigs anfliegt. ” – so beschreibt Anne Frank 1943 in ihrem Tagebuch das Gefühl ihrer Kindheit – einer Kindheit im Versteck. Anne Frank wurde verraten, deportiert und starb 1945 im KZ Bergen Belsen. Am 12. Juni 2009 wäre sie 80 Jahre alt geworden. Anne Frank ist eines von 1,6 Millionen jüdischen Kindern, die im Dritten Reich ermordet wurden. Überlebt haben nur einige Zehntausend, traumatisiert und für ihr Leben gezeichnet.

Die einfühlsame ARD-Dokumentation von Kirsten Esch begleitet drei ehemals versteckte jüdische Kinder auf ihrer Reise in die Vergangenheit.

Fred Taucher war in Berlin versteckt. Die Frauen, die seiner Mutter, dem Bruder Henry und ihm beim Untertauchen halfen, waren eng mit Hitler verbunden. In dem Berliner Naherholungsgebiet „Bürger-Ablage“ lebte die jüdische Familie versteckt in einem Gartenhaus mitten unter hochrangigen Nazis.

Es hat 62 Jahre gedauert bis Eva ihre Retterin wie durch ein Wunder wiederfand.  Eine Nonne hatte das kleine Mädchen in einem polnischen Kloster vor den Nazis versteckt und sich liebevoll um sie gekümmert. Als der Krieg zu Ende war, holte eine überlebende Verwandte die kleine Eva ab – ohne dass sie sich von ihrer geliebten „Schwester Klara“, ihrer Retterin, hätte verabschieden können.

Nach dem Kriegsende liefen in Holland alle Leute jubelnd auf die Straße. Doch Lore war traurig, sie musste ihre liebevolle Ziehmutter verlassen. Mit fünf Jahren hatten die Eltern sie bei der holländischen Bauernfamilie versteckt und waren selbst untergetaucht. Als Lores Eltern 3 Jahre später wieder vor ihr standen, waren sie für das kleine Mädchen Fremde.