Lebenslinie – Holger Münch

Eine Dokumentation für den Bayrischen Rundfunk (BR).

Eine „Lebenslinie“ über den 44-jährigen Holger Münch. Sein Leben ist bestimmt von dem ständigen Konflikt zwischen Liebe und Gewalt – geprägt durch die schweren Misshandlungen, die er als Kind erlebt hat, versucht er seiner Vergangenheit zu entkommen. Darum bemüht er sich ständig, doch immer wieder wird er eingeholt von Aggressionen, die er fast nicht beherrschen kann.   

 

Münchs allein erziehende Mutter war immer von Existenzängsten bedroht, von ihrem Mann verlassen, ließ sie ihre verzweifelte Wut immer wieder an dem kleinen Holger aus. „Sie kannte da echt überhaupt keine Grenzen.“ sagt Münch heute. Er möchte es besser machen, die Fehler seiner Mutter auf keinen Fall wiederholen und tut viel dafür – aber es ist schwer für ihn: bei jeder Kleinigkeit gerät er in Rage, wird unkontrollierbar und wütend: Über Frauen, die ihn hintergehen, über seine Tochter Lisa, für die er alles tun möchte und die ihn in seinen Augen immer wieder enttäuscht – und über das Leben an sich. Doch Holger Münch bezeichnet sich im Prinzip als „Gutmensch“, der weiter macht, auch wenn es aussichtslos erscheint. Von stämmiger, kerniger Statur mit einer Halbglatze und einem Ring im Ohr, erscheint er nach außen stark und ist doch labil und verletzlich. Heute führt er gemeinsam mit seiner Frau Petra sein eigenes kleines Sportlokal am Rande eines Fußballplatzes in Lambsheim in der Pfalz – das Wort Kneipe hört er nicht gerne.